Browserkrieg
2008.12.03 06:46:05

Zig Browser gibt es am Markt und jeder will der beste sein. Aber wo liegen die Vorteile und Nachteile? Gibt es wirklich Unterschiede und wenn ja, welches ist der beste Browser? Anhand der Browser Opera, Firefox, Internet Explorer und dem neuen Google Chrome, möchte ich darauf ein bisschen näher eingehen. Außerdem werde ich den neuen Browser von Google etwas detaillierter vorstellen.


Aus Sicht des Programmierers ist die Fülle am Markt eine Geschichte des ewigen Leids, da alle Browser den geschriebenen Quellcode ein bisschen anders interpretieren. Gerade Entwickler und Designer die sich aus SEO und Usability-gründen an tabellenfreies und semantisches Design durch CSS und gut strukturierten Quellcode halten, treibt es manchmal in den Wahnisnn. Unzählige Workarounds und Fixes und im Endeffekt viel Zeit ist notwendig um eine Internetseite für alle Browser und Geräte zugänglich zu machen. Und so möchte ich es mir nicht nehmen lassen dem Internet Explorer von Microsoft, der sogar in der neuesten Version 7 immer noch nicht richtig lesen kann was der Programmierer korrekt geschrieben hat, an dieser Stelle eine virtuelle Ohrfeige zu verpassen. Er interpretiert wohl mit Abstand am schlechtesten und bereitet die meiste Arbeit

Aber zurück zum Anwender. Es gibt tatsächlich Unterschiede in Bedienung und Komfort der einzelnen Browser und der ist auch abhängig von den Ansprüchen die an ihn gestellt werden.


Internet Explorer 7

Für Anwender mit wenig Hintergrundkenntnissen am PC, eine einfache und logische Alternative. Keine Installation notwendig für Nutzer von Windows Vista und nur ein Update für Nutzer von XP. Benutzer mit älteren Betriebssystemen müssen beim IE6 bleiben oder auf einen anderen Browser zurückgreifen. Auch der IE7 unterstützt mittlerweile tabbed browsing, das öffnen mehrerer Webseiten im selben Fenster. Eine bereits integrierte Suchleiste (Standardmäßig Windows Live Search, lässt sich auch alternativ z.B. für Google konfigurieren) und Navigation über optisch ansprechende Icons statt der bisher üblichen Dateileiste, macht Benutzung und Navigation einfach, ansprechend und übersichtlich.

Die exakte Konfiguration im IE ist wiederum nur für erfahrene Benutzer verständlich. Java an- oder abschalten? Dürfen Programme in IFrames gestartet werden? Wer den einrichten will und sich in die Sicherheitseinstellungen vorgewagt hat, ist solchen Entscheidungen ausgesetzt. Viele Optionen beeinflussen die Sicherheit des Browsers und können nur schwer von den unwichtigen unterschieden werden.

Addons sind auch für den Internet Explorer 7 installierbar, aber recht unübersichtlich in der Auswahl.


Firefox 3.0

Für unerfahrene wie erfahrene Anwender ein sehr angenehme Alternative. Installation und Konfiguration laufen selbsterklärend und übersichtlich ab. Benutzung und Navigation sind sehr ansprechend und einfach. Tabbed browsing, zuletzt besuchte Seiten, meist besuchte Seiten, integrierte Newsfeed in einer Favoritenleiste und sehr individuell anpassbare Favoriten (Lesezeichen), sind die klaren Pluspunkte für diesen Browser.

Nachteil ist eine umständliche und für unerfahrene Benutzer eher schwierige Sicherung der Einstellungen und Lesezeichen im Dateisystem. Das selbe gilt für das Updaten von Version 2 auf 3. Allerdings gibt es dafür Programme die leichte Abhilfe schaffen. Favoriten vom Internet Explorer lassen sich automatisch importieren, umgekehrt leider nicht. Integrierte Suchleiste kommt von Google und dürfte die Deutschen Nutzer somit eher ansprechen als eine MSN suche.

Addons für den Firefox sind zahlreich und übersichtlich vorhanden.


Opera 8.0

Ein schneller, empfehlenswerter Browser. Er hat deutlich mehr Funktionen als der Internet Explorer zu bieten und ist seltener von Sicherheitslücken betroffen. Opera bietet eine "Startleiste", die bei Bedarf unter der Adressleiste erscheint. Das ermöglicht schnellen Zugriff auf Lesezeichen und zuletzt besuchte Seiten.

Eine Ansichtsleiste ermöglicht Zugriff auf die Suche, sowie einige nützliche Funktionen für das besuchen von Webseiten, wie das deaktivieren von Bildern. Es lassen sich hier die komplette Web-Seite vergrößern und verkleinern und auf geblockte PopUps und kürzlich geschlossene Seiten zugreifen. Möglichkeiten für die Einrichtung von RSS-Feeds und E-Mail Konten sind vorhanden. Bekannte Funktionen wie tabbed browsing, Passwortmanager, Spurenvernichter, Cookie-Verwaltung, Seitenleiste, Download-Manager, Mausgesten, Mailprogramm und Pop-up-Blocker machen Opera 8 zu einem empfehlenswerten Produkt, das trotzdem schlank und schnell ist. Nur einige kleinere Details sind verbesserungswürdig.


Google Chrome

Der Browser ist wie Firefox auch "Open Source". Wie z.B. auch Apples Safari, setzt der Chrome-Browser auf Webkit als Rendering-Engine für Websites was ihn schneller als seine Konkurrenten macht. Im tabbed browsing wird jede neue Webseite in einem eigenen Prozess gestartet was Chrome sehr stabil und Ressourcen-schonend macht. Tabs lassen sich samt ihrer eingestellten Eigenschaften beliebig verschieben. Ein integrierter Prozess-Manager zeigt detailliert wie viel Prozessorlast erzeugt und Speicher belegt wird. Hängende Plugins lassen sich darüber einzeln deaktivieren.

Die Adressleiste bei Google Chrome nennen die Entwickler Omnibox, weil sie mehr weiß, als ihre Konkurrenten in anderen Browsern. Sie findet nicht nur schon besuchte Adressen, sondern auch andere Informationen und Angebote oder möglicherweise interessante Seiten, die Google ermittelt. Suchboxen von anderen Seiten wie Amazon merkt sich der Browser lokal und sie stehen dann ebenfalls in der Omnibox zur Verfügung.

Öffnet man einen neuen Tab, bekommt man eine individuelle Startseite zu sehen, die manche an den Opera erinnern wird. Sie besteht aus den neun am meisten besuchten Websites und den Seiten, auf denen man meistens etwas sucht.

Über den anschaltbaren Incognito Modus kann gesurft werden ohne das die nächste Person die am Rechner sitzt nachvollziehen kann wohin vorherige Besuche geführt haben.

Angriffe auf den Computer über den Browser sind weit erschwert worden, allerdings können diese Sicherheitsmaßnahmen von nicht vertrauenswürdigen Plugins umgangen werden. Um vor Phishing und Betrugsversuchen zu schützen wird auf eine Liste zurückgegriffen in der Schadhafte Webseiten verzeichnet sind und bei betreten entsprechen gewarnt.

Das alles hört sich sehr gut an, allerdings bleib ein bitterer Nachgeschmack: Dieser Browser kann Google zu noch mehr Macht und Kontrolle über das Weltweite Netz verhelfen und auch wenn Google selbst garantiert mit Informationen und Möglichkeiten verantwortlich umzugehen, wer kann dafür schon seine Hand ins Feuer legen? Auf der anderen Seite ist Chrome eine weitere Alternative um Microsofts Griff um die Softwarewelt zu lockern und offene Software zu fördern.


Fazit:


Platz 1

Google Chrome. Dieser Browser bietet alles: Geschwindigkeit, Sicherheit, Stabilität, Anpassbarkeit, Übersichtlichkeit. Für Benutzer die zwar Anpassbarkeit suchen, aber vor allem komfortabel und intuitiv im Web surfen möchten eignet sich dieser Browser hervorragend. Die Bedienung dieses Browser ist einfach wie nirgends sonst. Bahnbrechende Technologien kamen bei der Entwicklung zum Einsatz und alles OpenSource für jedermann einfach und kostenlos zugänglich. Einzige Sorge dürfte darin liegen die ohnehin gewaltige Stellung von Google weiter zu stärken.

Platz 2
Firefox 3.0. Für Benutzer die Ihre Webbesuche durch eine Vielzahl an Plugins und unterstützt durch eine große Community, individuell auf Ihre Bedürfnisse angepasst gestalten möchten eigent sich dieser Browser hervorragend. Er ist etwas "schwieriger" zu bedienen (besser wäre zu sagen Chrome ist noch einfacher zu bedienen), aber bietet eine höhere Anpassbarkeit als Google Chrome und dürfte somit ohnehin für die Technisch etwas versierteren Benutzer die richtige Lösung sein. Für Webdesigner ist dieser Browser wohl die erste Wahl, teilweise noch wegen besserer Verfügbarkeit von PlugIns die Version 2.0.

Platz 3
Opera 8.0. Der Hauptgrund Opera zu benutzen dürfte wohl im integrierten Email-Client liegen. Ansonsten steht der Browsser funktionell Platz 1 und 2 nach, dürfte aber auch für die meisten Ansprüche genügen. Wer also hohen Wert auf die gleiche Software für 2 verschiedene Anwendungen liegt ist hier durchaus an der richtigen Adresse.

Platz 4
Internet Explorer 7. Warum ist der meistgenutzte Browser der Welt auf dem letzten Platz? Nein, nicht aus einer subjektiven Entscheidung eines Webdesigners heraus. Dieser Browser macht faktisch die größten Probleme, bietet die geringste Anpassbarkeit und kann mit keinem Feature trumpfen dass nicht so oder besser in einem anderen Browser schon vorhanden wäre. Für unerfahrene Benutzer die ausschließlich ein Programm zum surfen im Internet benötigen und sich eher ungern etwas neues installieren möchten, ist dieser Browser trotzdem geeignet. Er lässt sich ohne größere Probleme nutzen und hat als intergrierter Bestandteil von Windows sicherlich seine Berechtigung (z.B. für das surfen aus dem Windows Explorer oder Arbeitsplatz heraus).


Weitere Informationen:

Tabellarische Fakten zu allen Browsern
Statistiken zur Popularität der einzelnen Browser



Tags: Internet Explorer | Chrome | Opera | Firefox | Browser


 

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